der Rohm
Theaterpädagogik

"der Rohm"  

Mag. Wolfgang Rohm, M.A. 

Eine Art Lebenslauf


2018/Foto: Inês Colaco Fernandes

Meine Kindheit war voll der Abenteuer. Ich habe sie in den Straßen, Gassen, Hinterhöfen und Spielplätzen von Linz verbracht. Ein Streuner, ein verträumter Weltenbummler, einer, der lieber die Umgebung erforscht, als sich hinter Hefte und Bücher zu setzen, um das 1 x 1 zu lernen. Das ist später sowieso noch hinzu gekommen. 

Nach meiner Volksschulzeit hieß es Abschied nehmen von Freunden und der vertrauten Umgebung und ins Internat nach Waidhofen/Ybbs zu gehen. Ein einschneidendes Erlebnis und eine Vorentscheidung für das, was das Leben noch so für mich zu bringen gedachte. Das Gymnasium meisterte ich mehr schlecht als recht (dafür brauchte ich auch um Einiges länger als ursprünglich geplant) und auch das Internat und ich wollten nicht so recht Freunde werden. Ich wurde rausgeschmissen und übersiedelte in ein "Privatzimmer" - ein umgebautes Magazin eines Geschäfts, aber immerhin: mein erstes eigenes Heim: ein Bett, ein Kasten, ein Tisch, zwei Sessel und ein Kohleofen, dem in der Nacht regelmäßig das Feuer ausging, weil er viel zu klein war. Das Klo war im Garten und das Fließendwasser (kalt - nur kalt) auch. Dass unter diesen Umständen nicht an Lernen zu denken war, versteht sich von selbst. Also war ich gezwungen, in die umliegenden Kaffeehäuser auszuweichen - auch nur mit bescheidenem Erfolg. Dafür hatte ich viele Freunde, die mir mein Zimmer neideten und ich lernte die Kaffeehäuser zu lieben.

Und ich war ziemlich verliebt - weit bis über beide Ohren hinaus. Wer denkt da noch an Schule?

Das Ergebnis war dann: Ich habe meine Frau und Liebe fürs Leben gefunden - später haben wir geheiratet und heute haben wir vier Kinder - und irgendwie habe sogar ich die Matura geschafft. 

Die Hauptstadt Wien wurde zu meiner nächsten Station: 3 Semester Jusstudium, dann Abbruch und Aufnahme in den Polizeidienst. Dort verbrachte ich die nächsten Jahre zunächst als Sicherheitswache-, dann als Kriminalbeamter. Eine Zeit voll der irrwitzigen Erfahrungen, aber in Anbetracht meiner jetzigen Theatertätigkeit ein wichtiger und, was die Erfahrung anbelangt, kaum zu unterschätzender Meilenstein. Ich kann heute mit Gewissheit sagen: Ich habe die Abgründe des Menschlichen mit eigenen Augen gesehen. 

Die Welt bereisen, Kulturen kennen lernen, sehen, wie das Leben in anderen Ländern so ist, habe ich von klein auf, gleichsam mit der Muttermilch, aufgesogen . Reisen in den Sommerferien quer durch Europa waren das übliche Programm von Kindesbeinen an. Nun, nachdem ich den Polizeidienst wieder quittierte, tat ich dies als Edelsteinhändler und dehnte meinen Horizont vor allem auf Fernost aus. So lange, bis ich an weiten Reisen endlich gesättigt war. Der Abschluss meines zeitgleichen Studiums der Kultur- und Sozialwissenschaften ermöglichte mir einen weiteren beruflichen Wechsel: Fortan beschäftigte ich mich mit Kindern und Jugendlichen, denen das Leben den Platz an den Schattenseiten zugewiesen hatte, um ihnen zu zeigen, dass die Sonne auch für sie scheint. Diese oft so genannten "schwer erziehbaren" Mädchen und Burschen erinnerten mich an meine eigene Kindheit und Jugendzeit. Und so wurden es gute Jahre, die ich mit ihnen verbringen konnte. 

Den Abschluss meiner Zeit im Bereich der Sozialen Arbeit bildete meine Tätigkeit im Rahmen der Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreichs in der Beratung von Gewaltopfern und in der Mobbingprävention. Und wieder war ich in den dunklen Gefielden des Lebens gelandet und mit dem Leid von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Ein Lebensthema, wie es scheint. Es war aber auch die Zeit, in der ich der Theaterpädagogik begegnete und das Studium an der Pädagogischen Hochschule begann und abschloss. Es war also auch die Zeit, die mich ins heute geleitete und in die wunderbare Welt des Theaters: fürchterlich, skurril, humorvoll, entsetzlich, abgründig, himmlisch. 

Und hier stehe ich nun: Ich verführe Kinder und Jugendliche zum Spiel auf den Bühnen.



Erfahrung und know-how in Kurzfassung

 Studium der Soziologie und der Sozialen Verhaltenswissenschaften an der Universität Hagen

Studium der Theaterpädagogik an der privaten pädagogischen Hochschule der Diözese Linz

Freiberuflicher Theaterpädagoge, Mitbegründer des Kulturvereins Spielbetrieb in Linz und Gründer des Theaters asozial in Ottensheim


 Theater asozial 

www.theater-asozial.at


Ein Abend mit MiniDramen. Skurriles, Heiteres, Ernstes, Schräges, Dramatisches - Kurzexperimente und Etüden. Gespielt vom Ensemble des Theater asozial in Ottensheim. 

Doch einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehn. Eine Szenencollage über Kinder und Jugendliche im KZ. Geschrieben anhand von authentischem Material. Autorin: Lilly Axster. 

Die wirklich wahre Geschichte der Rapunzel. Ein Spiel, (fast) nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm. 







 Referenzprojekte

Theater an der NMS Traun, der NMS Mauthausen, der VS 52 und der VS 45 in Linz, der NMS 15 in Linz

Theatertage an der NMS Haus/Ennstal

"on stage" - ein Theater- und Präsentationsprojekt an der HBLA Lentia/Linz

"think green" - ein Theaterprojekt in Brasov/Rumänien

Theaterprojekte in der Jugendpsychiatrie

"Der blaue Bus" - ein Spiel mit geistig beeinträchtigten Erwachsenen

Internationale Theaterprojekte in Wroczlaw/Polen, Patras/Griechenland und Klaffer/Österreich

Workshops und Referate an der Universität Kaunas/Litauen

 

 Workshops und Seminare zu den Themen Mobbing- und Gewaltprävention, Demokratie und Menschenrechte, Inklusion und ästhetische Forschung